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Im Spiel der Capoeira vereinen sich Tanz, Kampf und Musik zu einer Spiritualität und Lebensphilosophie, die jeden Einzelnen auf seine Art und Weise bereichern kann.
Die Capoeira ist äußerst vielseitig, da sie Akrobatik,
Rhythmik und Kampfkunst mit Improvisation und Kreativität vereinigt.
Der Spieler befindet sich in ständiger Bewegung: Zum einen, da der
Grundschritt bereits ein Wiegeschritt ist (die Ginga), zum anderen,
weil es sehr viele tiefe Bewegungen in der Hocke, bzw. Akrobatik
kopfüber (Rad, Kopfstand, Handstand etc.) gibt. Dadurch und durch die
Philosophie, allen Schlägen auszuweichen und nur im Notfall zu blocken,
stellen sie dem anderen ein schwer zu treffendes Ziel dar.
Capoeira bietet ein Podium, auf dem man spielerisch seine Sozialität und Lebensfreude praktizieren kann, und erweitert das Denk- und die Bewegungsvermögen um mehrere Freiheitsgrade, sie fördert den Reifeprozeß nicht nur bei Kindern.
Der Unterricht für Kinder ermöglicht eine Form der musikalischen, tänzerischen und koordinativen Früherziehung, die in ihrer Kongenialität einzigartig ist (singen, tanzen, musizieren)! Körper- und Rythmusgefühl werden auf spielerische Art gefördert, stärken das Selbstbewußtsein und die Wahrnehmung und tragen so zur Persönlichkeitsbildung bei.
Es gibt verschiedene Theorien und Erklärungsansätze wie die Capoeira als Teil der afrobrasilianischen Kultur entstanden ist.
Da Capoeira sehr stark mit Kunst verbunden ist, steht hier Raum für Kreativität und alles was Capoeira betrifft offen,
Aufsätze, Musik, Bilder und was immer euren Herzen entspringt ist hier gerne gesehen.
Die Roda
Traditionell läuft das Spiel in der so genannten Roda (portugiesisch für Kreis) ab: Alle Teilnehmer stehen oder sitzten in einem Kreis, wobei sich an einer Stelle dieses Kreises die Musiker versammeln (in der Bateria). Zentral sind dabei die Berimbau-Spieler, da das Berimbau den Rhythmus der Musik bestimmt. Von dort wird das Spiel begonnen. Dabei hocken sich zwei Capoeiristas vor den Instrumenten, schauen sich kurz an, geben sich die Hand und gehen in die Mitte der Roda. Die Umstehenden singen den Refrain. Innerhalb des Kreises spielen die zwei Capoeiristas dann miteinander. Zwischen beiden wird kein Wettkampf ausgefochten, sondern sie führen eine Art von körperlichem Dialog aus, die Worte sind dabei die verschiedenen Offensiv- und Defensiv-Bewegungen. Auf jede Offensiv-Bewegung folgt eine Defensiv-Bewegung des anderen, aus einer Defensiv-Bewegung wird fließend eine Offensiv-Bewegung. Diese Sequenzen von wechselseitigen Bewegungen werden so zu Sätzen. Im Vordergrund steht dabei die Kooperation und nicht die Konfrontation. Am Ende steht kein Gewinner oder Verlierer fest, sondern die Spieler entscheiden selbst, wann sie den Dialog beenden.
Die Musik
Die Bateria wird komplett mit Berimbau, Pandeiro, Atabaque, Agogo und Reco-Reco besetzt. Der Rhythmus bestimmt die Art des Capoeira-Spiels. Die Lieder erzählen von der Geschichte der Capoeira, ihrer Mestres oder beziehen sich auf das gleichzeitige Spiel der Capoeiristas, indem es sie zu schnellem oder langsameren Spiel auffordert, eher akrobatischeres oder eher tiefes Spiel verlangt. Da die Lieder auf Portugiesisch gesungen werden, lernt man nicht nur Kultur und Geschichte der Capoeira kennen, sondern auch die Sprache. Die meisten Capoeiristas sprechen nach einem halben Jahr zumindest kurze Sätze auf Portugiesisch.
Inzwischen ist Capoeira weltweit verbreitet. Es gibt verschiedene Schulen, die sich stark in Trainingsmethoden, Schwerpunkt und Stil unterscheiden. Dabei unterscheidet man hauptsächlich zwischen Angola- oder Regional-Schulen - Regional wird nach den Methoden von Mestre Bimba vermittelt, Angola beruft sich vor Allem auf Mestre Pastinha und stellt traditionellere Bewegungen in den Vordergrund. Unsere Gruppe trainiert die Capoeira Angola als Teil und in enger Zusammenarbeit mit der Grupo de Capeira Angola Irmaos Guerreios, welche ihren Ursprung in der Peripherie Sao Paulos in Brasilien hat.
Die Gruppe Irmaos Guerreiros wurde im Jahr 1983 von Mestre Baixinho sowie Mestre Marrom gegründet, also von Vater und Sohn. In
der Peripherie Sao Paulos begannen die beiden ihre kulturelle Arbeit
mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, bei der Capoeira Unterricht
sowie Musik und Percussion Unterricht im Mittelpunkt stehen. In der
Stadt Taboaõ da Serra in der Peripherie São Paulos bildet die Akademie
„Senzalinha“ den zentralen Treffpunkt der gesamten Gruppe, wo
regelmäßig am Freitag Besucher und Gäste anderer kultureller Gruppen
empfangen werden.
Die Arbeit der
Gruppe hat ihren Schwerpunkt auf die afro-brasilianische Kultur gesetzt
und hier insbesondere auf die Capoeira Angola, die als Medium der
sozialen Verständigung und Integration der Jugendlichen aus sozialen
Randgruppen eingesetzt wird.
Mittlerweile
hat die Gruppe auch in Europa eine eigene Akademie, das Kulturenhaus
„Cazuá da Cultura“ in Bremen in Deutschland, in der unter Leitung von
Contra Mestre Perna diverse kulturelle Aktivitäten stattfinden.
In
Anlehnung an den Gedanken des Widerstandes trägt die Gruppe die Farbe
braun, die die Erde als Quelle unserer Nahrung und Kraft repräsentiert,
sowie die Farbe weiß als Zeichen des Friedens. Den gleichen Gedanken
dieses Widerstandes tragend hat die Gruppe Irmãos Guerreiros nach der
Eröffnung des "Cazuá de Cultura" bereits in mehreren Ländern in Europa
Schulen eröffnet. Wer mehr über die Irmãos Guerreiros lernen möchte,
sei in jeder der Schulen herzlich willkommen.
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